
Gemeinsamer Unterricht
Im Gemeinsamen Unterricht werden Schülerinnen und Schüler der Regelschule mit Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Je nach Art der Behinderung erhalten diese Kinder zielgleichen Unterricht (nach den Richtlinien und Lehrplänen der Regelschule) oder zieldifferenten Unterricht (nach den Richtlinien und Lehrplänen der entsprechenden Förderschule).
Es gibt an der Dionysiusschule aktuell fünf Integrationsklassen (im 1., 2. und 4. Schuljahr jeweils eine, im 3. Schuljahr zwei), in denen Kinder mit einer Lern-, Sprach-, Körper- , geistigen oder autistischen Behinderung gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern unterrichtet werden.
Wir
freuen uns über diese Entwicklung, denn der Umgang mit Kindern, die der
sonderpädagogischen Förderung bedürfen, unterstützt alle
Schülerinnen und Schüler bei dem Erwerb eines wichtigen Bausteins
in der Erziehung: der Sozialkompetenz.
Wie funktioniert
der Unterricht in einer Integrationsklasse?
Zunächst
einmal werden alle Kinder nach den Richtlinien der Grundschule unterrichtet.
Die behinderten Schüler werden zudem auch nach den Richtlinien der sonst zuständigen
Förderschule unterrichtet. Für sie wird ein individueller Förderplan erstellt,
der Einfluss auf die Auswahl der Unterrichtsthemen oder Unterrichtsziele hat.Das
heißt zum Beispiel, dass Kindern in einer Mathematikstunde ganz unterschiedliche,
dem Lernstand angepasste Anforderungen gestellt werden. Während die Klasse gerade
das Rechnen im Zahlenraum bis 100 übt, beschäftigen sich die behinderten Kinder
unter Umständen mit dem Zahlenraum bis 20. Während die nichtbehinderten Kinder
die Schreibschrift üben, bleibt ein körperbehindertes Kind bei der Druckschrift
und übt dafür aber eventuell schon intensiver die Rechtschreibung. In einer
Sportstunde sind verschiedene Turngeräte so aufgebaut, dass alle Schüler Turnmöglichkeiten
probieren können, die ihrem derzeitigen Vermögen entsprechen.
Wir
versuchen jede Möglichkeit zu nutzen, um gemeinsam an den gleichen Unterrichtsthemen
zu arbeiten. Dies geht so lange, wie sich diese Themen mit den Förderbedürfnissen
der behinderten Schüler decken.
Wie
viele Lehrkräfte arbeiten in einer Integrationsklasse?
In den Integrationsklassen
wird stundenweise im Lehrerteam (Grundschullehrkraft und sonderpädagogische
Lehrkraft) gearbeitet. Das ermöglicht mehr Differenzierungsmaßnahmen sowohl
für behinderte als auch nichtbehinderte Kinder. Leider kann diese Doppelbesetzung
von Lehrkräften nicht durchgängig aufrecht erhalten werden. Unterstützt
werden wir zurzeit zusätzlich durch Integrationshelferinnen und -helfer.
Welche
Auswirkungen hat ein Unterricht in einer Integrationsklasse auf die Entwicklung
der Schüler?
Für die behinderten
Kinder bedeutet Gemeinsamer Unterricht vor allen Dingen Teilnahme an
der gesellschaftlichen Realität. Sie sind in die Klasse integriert und werden
von den anderen auch akzeptiert. Sie erkennen allerdings auch, dass sie viele
Dinge nicht so gut können wie andere Kinder und setzen sich so frühzeitig mit
der Auswirkung ihrer Behinderung auf ihr zukünftiges Leben auseinander.
Aber auch den nichtbehinderten Kindern wird die Vielfalt der Menschen deutlicher. Von Beginn an wird auf ein warmes soziales Klima geachtet. Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, das momentane Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse und das frühzeitige Erkennen der Notwendigkeit von Regeln sind Lernziele, die schon in der 1. Klasse angestrebt werden.
Im
Laufe ihrer Grundschulzeit werden die Kinder immer verantwortungsbewusster.
Die nichtbehinderten Schüler wissen nach dieser Zeit aus eigener Erfahrung nicht
nur, dass es behinderte Menschen gibt, sondern auch, dass sie wertvolle Menschen
in unserer Gemeinschaft sind. Denn alle haben gemeinsam gelernt, gesungen, geschwommen,
geturnt, gemalt und vor allen Dingen gelacht!